Reichelsheim

Das Bingenheimer Ried

Das Naturschutzgebiet 'Bingenheimer Ried' liegt in der Horloffaue westlich der Horlofftalbahn und der Horloff. Es wird umgeben von Reichelsheim im Süden, Heuchelheim im Südwesten, Gettenau im Norden und Bingenheim im Osten.

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Das Ried ist eines der bedeutendsten hessischen Naturschutzgebiete mit seltener Tierarten und eines der Kernstücke im Landschaftsschutzgebiet des "Auenverbund Wetterau". 1985 wurde das Bingenheimer Ried als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zusammen mit beweideten Flächen kommt das rund 85 Hektar große Naturschutzgebiet auf rund 105 Hektar Gesamtfläche. Eigentümer sind das Land Hessen, die Stadt Reichelsheim, die Gemeinde Echzell und die Gruppe Bingenheim des Naturschutzbund Deutschland (NABU). Ein kleiner Teil der Fläche ist in Privatbesitz.

Großflächige Überschwemmungen zwischen November und April und der Anstau des Wassers der Gräben im Ried erhält der Tier- und Pflanzenwelt einen ausreichenden Feuchtegrad. So sind viele an das Feuchtland gebundenen Vogelarten wie Bekassine, Kiebitz, Großer Brachvogel und viele Libellen- und Amphibienarten im Bingenheimer Ried zu finden.

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Blick auf das Bingenheimer Ried im Jahr 2004, umrahmt im Süden und Osten von der Horloff und der Bahnstrecke Friedberg/Nidda. Links unten im Bild das Reichelsheimer Gewerbegebiet "Im Mühlahl", rechts oben die Ortslage von Bingenheim.

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Vom Lochberg aus kann man die Horloffaue überlicken, in der auch das Bingenheimer Ried liegt (Bild aus 2018).

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Große Wasserflächen bieten einen entsprechenden Lebensraum für Flora uns Fauna. Oben rechts im Bild die Ortslage von Gettenau, links im Bild ist der Zulauf aus dem Pfaffensee zu sehen, der sich nordwestlich des Rieds befindet (Bild aus 2016).

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Nach dem trockenen Sommer im Jahr 2018 war das Bingenheimer Ried nahezu ausgetrocknet. Hier sieht man die Lage sehr schön im Dreieck zwischen Reichelsheim (unten), Bingenheim (rechts) und Gettenau (oben).

Entlang der Bahnlinie zwischen Reichelsheim und Echzell verläuft ein Radwanderweg von Reichelsheim nach Bingenheim bzw. Echzell, der sich durch das Naturschutzgebiet Bingenheimer Ried zieht. Große Schautafeln stellen an den Eingängen informativ das Areal vor. Entlang des Weges informieren weitere Schautafeln über die im Ried  lebenden Tiere.

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Die Horlofftalbahn zieht sich durch das Bingenheimer Ried.

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Besser gehts nicht: Am Anfang des Radweges ins Bingenheimer Ried - Ecke Kleiststraße - haben sich 2018 diese beiden Störche die Spitze einer Tanne als Nistplatz ausgesucht.


Beobachtungsstände

Rund um das Bingenheimer Ried gibt es Beobachtungsstände, von denen aus man die Tier und Vogelwelt beobachten kann. Tip: Fernglas nicht vergessen!

Heuchelheim/Westseite

Einer der neusten Beobachtungspunkte befindet sich an einem Feldweg zwischen Heuchelheim und Gettenau auf der Westseite des Bingenheimer Rieds. Wer mit dem Auto kommt, kann in Heuchelheim oder Gettenau jeweils am Friedhof parken und den Beobachtungpunkt zu Fuß über den Feldweg erreichen. Der Fußweg dorthin beträgt von Heuchelheim etwa einen Kilometer, von Gettenau etwa 650 Meter.

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Der Beobachtungsstand auf der Westseite des Bingenheimer Rieds. Er ist behindertengerecht ausgeführt.


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Blick auf dem Beobachtungsstand über das Ried zum Bingenheimer Schloss.


Reichelsheim/Südseite

Südlich des Bingenheimer Rieds liegt eine Beobachtungspunkt am Artur-Rosenfeld-Platz. Der Beoachtungsstand liegt direkt an einem Bewässerungsgraben und einem Viehunterstand. Parkmöglichkeiten befinden sich in Reichelsheim, vom Bahnübergang in der Kleiststraße führt ein Weg direkt bis zum Beobachtungsstand, die Entfernung beträgt ca. 700 Meter.

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Blick vom Lochberg auf den südlichen Beobachtungspunkt mit Viehunterstand am Artur-Rosenfeld-Platz.

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Artur Rosenfeld gilt als 'Storchenvater' des Bingenheimer Rieds. Ihm zu Ehren wurde der Platz am südlichen Beobachtungspunkt benannt.


Bingenheim/Ostseite

Der älteste Beobachtungsstand liegt auf der Ostseite nahe Bingenheim. Er ist entweder von Bingenheim (550 Meter) oder von Reichelsheim (ca. 1,2 Kilometer) aus über befestigte Feldwege zu erreichen. Von Gettenau führt ein unbefestigter Weg dorthin.

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Der Beobachtungsturm auf der Ostseite des Bingenheimer Rieds.


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Blick vom Beobachtungsturm auf die Wasserfläche.

Spielregeln

Zum Schutz der im "Bingenheimer Ried" lebenden Tiere und Pflanzen sind folgende Dinge verboten:
  • Wiesen oder Weiden umzubrechen oder deren Nutzung zu ändern
  • zu düngen oder Pflanzenbehandlungsmittel anzuwenden
  • Hunde frei laufen zu lassen
  • das Naturschutzgebiet zu betreten (d.h. die öffentlichen Plätze und Wege zu verlassen)
  • Erlaubt ist die extensive Nutzung der Grünlandflächen.
  • Die Jagd auf Haarwild darf in der Zeit vom 1. November bis 31. Januar ausgeübt werden.

Die Tierwelt

Das Bingenheimer Ried bietet auch dem unerfahrenen Naturfreund eine bunte Tierwelt, die man beim Spaziergang durch das Ried erleben kann. Hier eine kleine Auswahl von verschiedenen Touren durch das Ried:

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In der ganzen Wetterau sind Höckerschwäne zu Hause. So sieht man sie auch im Bingenheimer Ried.


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Gerade ist dieser Kibitz auf einer der kleinen Inseln auf der Wasserfläche im Ried geladet. Bunt schimmert sein Gefieder in der Sonne.


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Rund um das Bingenheimer Ried bewohnen Störche die dort auf Telegrafenmasten gestellten Nester und ziehen ihre Jungstörche dort auf.


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Ein Storch auf Nahrungssuche im seichten Wasser des Bingenheimer Rieds.


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Seit einiger Zeit sind Nutrias im Bingenheimer Ried heimisch. Hier knuspert ein Nutria am Artur-Rosenfeld-Platz vor sich hin.


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Auch in den Gräben und den benachbarten Fluss Horloff und dem Flutgraben kann man mit etwas Glück Nutrias sehen.


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Auf einer Weide am südlichen Ende des Bingenheimer Rieds tobten sich diese Ponnys im Frühjahr aus.


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Angriffslustig: Im Frühjahr toben die Revierkämpfe. Schnell müssen diese beiden Graugänse zu ihrer Insel zurück um Nest und Revier zu verteidigen.


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Eine Graugans ruht sich unmittelbar vor einem Beobachtungsturm aus.


Mehr Infos

Wer sich näher mit dem Bingenheimer Ried und den Naturschutzgebieten rund um Reichelsheim befassen möchte, sei auf folgende Internet-Angebote der entsprechenden Organisationen verwiesen:



Quellen: HGON, NABU
Bilder: Alexander Hitz



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