Reichelsheimer Geschichte
Der Wölfersheimer See
Der Wölfersheimer See ist das markante Relikt des ehemaligen Braunkohle-Tagebaus Wölfersheim und zählt heute zu den bedeutendsten Naherholungsgebieten der Wetterau. Er entstand nach der Auskohlung des Tagebaus, in dem zwischen 1927 und 1943 rund 3,3 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert wurden. Hierfür mussten etwa 7,9 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt werden. Der entstandene Restsee umfasst heute rund 38 Hektar und wurde nach der Inbetriebnahme des Braunkohlekraftwerks Wölfersheim von 1954 bis zur Stilllegung des Kraftwerks im Jahr 1991 als Kühlwasserteich genutzt. Noch heute erinnern die im Wasser sichtbaren Fundamente der ehemaligen Kühlanlage an diese Zeit.In den vergangenen Jahren hat sich der Wölfersheimer See zu einem beliebten Freizeit- und Erholungsziel entwickelt. Ein rund fünf Kilometer langer, weitgehend barrierefreier Rundweg lädt Spaziergänger, Radfahrer, Inlineskater und Läufer dazu ein, den See vollständig zu umrunden. Entlang des Historischen Rundwegs informieren zahlreiche Tafeln über die Geschichte des Braunkohlebergbaus, des Kraftwerks und der Entwicklung des Sees. Ergänzend vermittelt ein Klima- und Energierundweg Wissenswertes zu den Themen Energie und Nachhaltigkeit.
Rund um den See bietet die Gemeinde vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Dazu gehören ein Minigolfplatz, eine Fußballgolf-Anlage, ein großzügiger Mehrgenerationenspielplatz mit Outdoor-Fitnessbereich sowie weitere Sport- und Bewegungsangebote. Die Seearena ist regelmäßig Veranstaltungsort des Wölfersheimer Kinosommers und weiterer Open-Air-Veranstaltungen.
Als Teil der Wetterauer Seenplatte verbindet der Wölfersheimer See Natur, Industriekultur und Freizeit auf besondere Weise. Aufgrund seiner ökologischen Besonderheiten ist das Baden jedoch nicht erlaubt; stattdessen stehen Naturerlebnis, Erholung und die bergbauhistorische Entwicklung des Geländes im Mittelpunkt.

Blick 2026 von Südenosten auf den Wölfersheimer See. Wo früher das Kraftwerk stand (linker Bildrand) befindet sich heute ein Solarpark. Ein Relikt des Kraftwerks sind die Fundamente der Kühlanlage im See. Nördlich des Sees liegt die Ortschaft Geisenheim (rechts im Bild).

Blick auf den Solarpark am ehemaligen Standort des Kraftwerkes.

Für den Kühlkreislauf des Kraftwerkes wurde eine Sprühanlage im See montiert. Überreste davon sind die Betonfundamente.

An der Westseite des Sees nahe der Photovoltaik-Anlage steht diese ehemalige E-Lok des Kohlebähnchens. Angehängt sind ein Sattelbodenwagen für den Kohletransport, sowie ein kippbarer Aschewagen.

Nördlich des Sees befinden sich eine Minigolf- und eine Fussballgolfanlage, sowie eine kleine Arena, an der im Sommer Musik- und Kinoveranstaltungen stattfinden.

Bis Ende 2020 gab es am heutigen Standort des Minigolfplatzes einen Hochseilgarten.

Luftaufnahme vom Wölfersheimer See im Jahr 2016. Rechts im Hintergrund liegt Wölfersheim in der Abendsonne.

Blick auf den Wölfersheimer See von Norden mit dem kleineren Heldteich im Vordergrund. Dazwischen liegt der ehemalige Hochseilgarten.
Bilder und Text: Alexander Hitz
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