Reichelsheimer Geschichte

Giganten auf Reisen

Wenn einer der Wetterauer Tagebaue ausgekohlt war, bzw. vor der Auskohlung stand, mussten die Großgeräte zu ihrem neuen Bestimmungsort transportiert werden. In der Regel war das logistisch so ausgelegt, daß der neu aufzuschließende Tagebau in direkter Nachbarschaft zu dem vorhergehenden Tagebau lag. So mussten die Geräte beispielsweise vom ausgekohlten Tagebau I bei Bellersheim "nur" bis ins benachbarte Utpe zum Aufschluß des Tagebaus IV transportiert werden. Es standen immer zwei Tagebaue gleichzeitig in Förderung, um die unterschiedlichen Heizwerte der Braunkohle mischen zu können. Nach Auskohlung des Tagebaues IV bei Utpe musste ein Teil der Geräte bis nach Reichelsheim umgesetzt werden. Eine rund 13 Kilometer lange Strecke legten die Großgeräte zurück. Dabei wurden die Bundesautobahn 45 (die für die Überquerung voll gesperrt werden musste), vier Straßen, eine Bahnstrecke, sowie drei kleinere Bäche überquert. Später wechselten auch die Großgeräte aus dem Tagebau II/III bei Heuchelheim nach Reichelsheim. Für die PREAG war es logistisch billiger, die Geräte über Land zu transportieren, als sie vor Ort zu demontieren und am neuen Einsatzort wieder aufzubauen.

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Diese rund 13 Kilometer lange Strecke mussten viele Großgeräte aus dem Tagebau IV bei Utphe zum Tagebau VI zwischen 1981 und 1984 zurücklegen.
(Karte © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA, Bearbeitung: A.Hitz)

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Ein Schaufelradbagger steht während seines Transportes vom Tagebau IV bei Utphe nach Reichelsheim vor der Bundesautobahn A45.
Bild: Energiemuseum Wölfersheim

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Am 19.Februar 1983 ist dieser Absetzer auf dem Weg von Utphe nach Reichelsheim und überquert hier gerade die A45.
Bild: André Grumbach

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Absetzer mit Bandschleifenwagen, Schaufelradbagger, Bandwagen und Kabelwagen auf dem Weg vom Tagebau III (bei Heuchelheim) zum Tagebau VI (Reichelsheim) stehen vor der Landstrasse zwischen Reichelsheim und Weckesheim.
Bild: Bergbauverein Weckesheim

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Überquerung im Schrittempo: Der Absetzer steht auf der Landstrasse und wird gleich die mit Holzschwellen und Gummibändern geschützen Bahngleise überfahren.
Bild: Bergbauverein Weckesheim

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Der 475t schwere Schaufelradbagger beim Überqueren der Bahngleise. Dem Bagger folgt der dazugehörige Bandwagen.
Bild: Bergbauverein Weckesheim

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Absetzer, Schaufelradbagger und Bandwagen haben sowohl die Landstrasse als auch die Bahnstrecke überquert. Im Hintergrund sieht man das Abraum-Förderband, welches vom Tagebau Reichelsheim nach Heuchelheim führte.
Bild: Bergbauverein Weckesheim

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Ein Schaufelradbagger auf der Fahrt rückwärts zum Tagebau Reichelsheim. Das Bild wurde von der Ringstrasse aus aufgenommen (im Hintergrund sieht man den Fernmeldeturm auf dem Steinkopf).
Bild: Jörg Pfaffenroth




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