Reichelsheim

Die Weihnachtspyramide

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Als Josef Kempa im Frühjahr 1991 den Veranstalterrinnen des Christkindlmarktes begeistert von seiner Idee berichtete, etwas für sie bauen zu wollen, das in der Weihnachtszeit seinen Standplatz vor der evangelischen Kirche finden sollte, fand die Junge Frauengruppe das toll. Nicht ahnend, was da auf sie zukam, gaben die Frauen ihr Einverständnis zu dem Vorschlag.

Wie die Heinzelmännchen von Köln machten sich daraufhin weitere Helfer ans Werk. Konrad Braun und Rolf Brunswig bildeten zusammen mit dem Ideengeber ein starkes Team. Pläne wurden entworfen, statische Berechnungen vorgenommen und eine Materialliste an die Frauen übergeben mit der Bitte alles recht bald zu besorgen.

Der Holzlieferant staunte nicht schlecht und machte den Frauen erstmals klar, daß von ihrer Vorstellung einer "kleinen Sache" keine Rede sein konnte. Mit der Aussage: "Das ist ja jede Menge Holz und wird auch nicht ganz billig" versetzte er ihnen einen Schrecken. Geld hatten Sie eigentlich nicht, da der Erlös eines jeden Christkindlmarktes immer an soziale oder humanitäre Einrichtungen im Kreis gespendet wird. Eiligst stellten sie einen (erfolgreichen) Antrag an den Kirchenvorstand zur Übernahme der Kosten einer "Riesenüberraschung", denn das Geheimnis - so wollten es die Initiatoren - sollte erst am 1. Advent gelüftet werden.

Und sie hatten nicht zu viel versprochen: Die Überraschung entpuppte sich als eine fast 4 Meter hohe Weihnachtspyramide. Selbst die Gebrüder Hitz staunten nicht schlecht, als Josef Kempa sie mit dem Transport vom "Geburtsort" des Kunstwerks -der Scheune von Albert Vogt- zur Kirche beauftragte.

Seit 1991 dreht sie nun schon vom 1. Advent bis in den Januar hinein ihre Runden. Sie wurde in vielen unentgeltlichen Arbeitsstunden gebaut und ist aus Sicht der Frauengruppe ein Beispiel für belebten Bürgersinn. Mit wunderschönen Figuren aus der Weihnachtsgeschichte erfreut sie nicht nur die Kinder, denn besonders in den Abendstunden stellt das beleuchtete Kunstwerk vor der ebenfalls illuminierten Kirche ein stimmungsvolles Bild dar.

Viele Kinder bestaunen immer wieder mit leuchtenden Augen die wunderschönen Figuren der Weihnachtspyramide. Manche kommen sogar täglich mit den Eltern, oder Oma und Opa hierher.

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Die Reichelsheimer Weihnachtspyramide abends vor der beleuchteten Laurentiuskirche.

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Die Weihnachtspyramide in der Abendsonne vor dem im Jahr 2003 als Riesen-Adventskalender umgestalteten Reichelsheimer Rathaus

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Maria und Josef mit dem Christkind im Stall zu Bethlehem. Die Figuren wurden von Rolf Brunswick bemalt.

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Bei den bisherigen Sonderveranstaltungen "Das Rathaus als Riesen-Adventskalender" stand die Weihnachtspyramide im Mittelpunkt der abendlichen Veranstaltungen.

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Blick aus dem Historischen Rathaus auf die Weihnachtspyramide und den Kirchenvorplatz.


Quelle: WZ vom 30.10.2001
Bilder: Alexander Hitz



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