Reichelsheim

Dorferneuerung - auch ein Thema in Reichelsheim

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Durch den Strukturwandel und die Verstädterung gleichen sich die Dörfer und Kleinstädte einander immer mehr an, so dass lokale Besonderheiten gehen verloren. Die Dorferneuerung soll ein Dorf daher auch 'nach Maßgabe seiner regionalen Identität und baulichen kulturellen Eigenart' stärken, wie es in der dazugehörigen Richtlinie heißt.

Insbesondere soll das Dorferneuerungsprogramm
  • ermöglichen, Leitlinien für die künftige Entwicklung des Dorfes zu erarbeiten
  • ländliche Siedlungen als Standort land- und forstwirtschaftlicher Betriebe erhalten und verbessern
  • Wirtschaftserschwernisse land- und forstwirtschaftlicher Betriebe beseitigen sowie deren Arbeitsaufwand verringern
  • die Umweltauswirkungen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe mit den Erfordernissen zeitgemäßen Wohnens und Arbeitens in Einklang bringen
  • die Lebensverhältnisse bäuerlicher Familien verbessern
  • die allgemeine Wirtschaftskraft des Dorfes sichern und stärken
  • die ortstypische Bausubstanz ggf. durch Umnutzung sichern
  • das Wohnumfeld verbessern
  • die dörfliche ökologische Eigenart und Vielfalt bewahren oder wieder herstellen
  • einen Beitrag zur Ortsbildpflege sowie zur gestalterischen Entwicklung des Dorfes leisten
  • das Dorf in die umgebende Landschaft einbinden
  • Anstöße für eine langfristige sinnvolle Dorfentwicklung und für weitere private und öffentliche Investitionen geben

Reichelsheim selber wurde 1992 als Förderschwerpunkt in das hessische Landesprogram zur Dorferneuerung aufgenommen und war von April 1994 bis November 1996 in der Dorfentwicklungsplanung. 1997 wurde der Abschlussbericht dazu vorgelegt. Anschließend wurden sukzessiv Baumaßnahmen umgesetzt, die bis heute andauern. Nicht alle Vorschläge und Varianten des Abschlussberichtes wurden umgesetzt. Bis heute ist beispielsweise die Bingenheimer Straße im Bereich des Marktplatzes, der als Mittelpunkt identifiziert wurde, noch nicht saniert.

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Für die Neugestaltung des Marktplatzes wurden im Abschlussbericht zwei Vorschläge unterbreitet. Unsere Grafik zeigt die Variante 1 der beiden Vorschläge.


Bereits im Dorferneuerungskonzept enthalten war die Neugestaltung des Bereiches Bahnhof und Raiffeisengelände. Voraussetzung für die Realisierung des Konzeptes war die mittelfristige Bereitschalt der Grundstücksbesitzer, vor allem der LBAG, ihre Nutzungen auszulagern und ihr Gelände für ein Umlegungsverfahren zur Verfügung zu stellen. Der Entwurf sah bis zu drei Bauabschnitten vor. Die Endstufe sollte folgende Lösung ermöglichen:
  • attraktiver baumbestandener Bahnhofsplatz
  • am Platz gelegenes Altenzentrum mit Altentagesstätte, Altenwohnungen und eventuell Pflegeheim. Alternativ dazu eine Wohnbebauung mit Einzelhandel im EG
  • ebenfalls am Platz, anstelle der jetzigen Parkplätze gelegene Wohn- und Geschäftsbebauung
  • im Bereich der LBAG eine Wohnbebauung mit Miet- und Eigentumswohnungen und eventuell Läden/Büros entlang der Bad Nauheimer Straße
  • jenseits der Bahn, im Neubaugebiet ein P+R Parkplatz (Größe beliebig)
  • Verkehr wird über eine neue Straße durch's Gebiet geführt, um Kreuzungen zu entschärfen; alte Bahnstraße wird gesperrt, bzw. zur Einbahnstraße
  • Kreuzung Bahnstraße Bingenheimer Straße wird begrünt und umgestaltet

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Dieser Plan aus dem Abschlussbericht zeigt eine Gestaltungsmöglichkeit für den Bereich Bahnhof und Raiffeisengelände. Zwischenzeitlich sieht dieser Berich durch Abriss der Raiffeisengebäude, sowie Neubau von Netto-Markt und neuem Rathaus anders aus.


lm Rahmen des Dorferneuerungsprojektes wurde ein Arbeitskreis "Dorfökologie" gebildet, der unter anderem eine Kartierung des für die Wetterau üblichen Streuobstwiesenbestandes im Ortsteil Reichelsheim durchführte. Im Herbst 1995 formierte sich daraus die Interessengemeinschaft "Steuobstwiesen Reichelsheim", welche sich als oberstes Ziel die Erhaltung und Erweiterung des Obstwiesengürtels um Reichelsheim gesetzt hat.

Dorferneuerung in Blofeld und Heuchelheim

Die Stadtteile Blofeld und Heuchelheim der Stadt Reichelsheim/Wetterau wurden 2011 als Förderschwerpunkt im Hessischen Dorferneuerungsprogramm anerkannt.

Alle Information zum 2012 gestarteten Dorferneuerungsprogramm in Blofeld und Heuchelheim finden Sie auf der Homepage der Stadt Reichelsheim.


Umgesetzte Ideen

Nachfolgende Bilder zeigen einige der bereits umgesetzten Ideen in Reichelsheim und den Stadtteilen.

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Die Einfahrt in die Straße "Römerberg" wurde rund um das histrorische Rathaus mit Kopfsteinpflaster gepflastert. Die Straße selbst erhielt als Gehsteig Kopfsteinpflaster, die Fahrbahn erhielt eine Teerdecke.

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Am Bahnhof Reichelsheim entstand im Zuge der Sanierung der Bahnstrasse ein Park- und Rideparkplatz. Parkplätze entstanden nördlich des Raiffeisen Getreidelagers (Bildmitte) und "über" dem ehemaligen Abstellgleis, das vollständig entfernt wurde. Vor dem eigentlichen "Eingang" zum Bahnhofsgelände sind überdachte Abstellplätze für Fahrräder vorhanden.

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Sanierter Brunnen in der Blofelder Ortsdurchfahrt. Fast 17.000 Euro investierte die Stadt Reichelsheim, um das Brunnenareal zu verschönern. 9.700 Euro Zuschüsse erhielt die Kommune davon aus den Mitteln der Dorferneuerung. Die Sanierung wurde zu großenteilen durch ehrenamtliche Arbeiten Blofelder Bürger ausgeführt.


Quelle: Stadt Reichelsheim, Dorferneuerungsprojekt
Bilder: Alexander Hitz



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